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Mechanismen, die unbewusst ablaufen, interessieren mich. Fast jeder kennt es: Man steigt ins Auto, dreht den Zündschlüssel rum, fährt los, und irgendwann steht man vor der eigenen Haustür. Es wird im unbewussten geschaltet, gebremst, geblinkt. Nicht nur das fahren selbst, sondern auch wie man fährt, geschieht unbewusst – seinem natürlichem folgend, sage ich mal.
So mag ich als Beifahrer z.B. das Zuschauen, wie der Fahrer fährt. Der Extremfall: zwischen Bauch und Lenkrad paßt noch ein Blatt Papier, beim einlenken in die Kurve bewegen zwei Hände das Steuer zaghaft um max. 10 cm weiter und der Blick schweift ständig nervös blickend von der einer auf die andere Seite, obwohl soweit das Auge reicht nichts und niemand zu sehen ist.
Richtig aufgefallen war es mir, als ich neben einem – ganz entspannt nach hinten gelehnten Fahrer saß, der linkshändig leicht das Lenkrad bewegte und die Gänge unfühlbar wechselte – und ich einschlief.
Ich fragte mich, ob der Fahrer sich so, wie er sich mit dem Auto durch den Straßenverkehr bewegt auch durch sein Leben bewegt. Ängstlich verkrampft oder locker entspannt? Ob ich nebenan sitzend selbst in Panik gerate oder vertrauensvoll einschlafe.
So vieles machen wir unbewusst, z.B. auch morgens unsere Kleiderwahl. Bunt oder einfarbig, mit Sakko oder legerer Bluse, Stiefel oder Sandalen – jedes dieser Details sagt etwas über meinen heutigen Gemütszustand aus.
Mit den vielen Eindrücken des Tages verliere ich den Blick für diese Kleinigkeiten, die doch so viel aussagen. Ich nehme an, unbewusst nehme ich sie wahr und interpretiere auch einen Teil davon – allerdings nur einen Teil, und dabei kann es tatsächlich zu Unvollständigkeiten kommen, welches im Ergebnis ein Fehlurteil ist – aus Mangel an Achtsamkeit
Ich schreibe was mich bewegt, lese die blogbeiträge der Freunde und frage mich, wieso ich in meinem blog die Spritzigkeit, die Lebensfreude, die Unbekümmertheit der anderen blogs in meinem nicht wiederfinden kann? Ich empfinde meinen blog als introvertiert und düster, wobei ich mich im realen Leben als lustigen und gesellschaftlichen Menschen betrachte. Woher dieser empfundene Widerspruch?
Ich habe in den letzten Jahren gelernt, mir darauf mindestens 10 Antworten geben zu können, jede so, wie ich sie gerade nach Tageszeit oder Hungergefühl mir beantworten möchte. Bullshit.
Am besten mache ich es hierbei so, als hätte ich meinen Schlüssel verloren. Wenn ich aufhöre nach ihm zu suchen, falle ich drüber.
Seit sieben Jahren lebe ich in meiner zweiten großen Lebensgemeinschaft. Wie bestimmt den meisten anderen geht es auch mir so dabei, dies als eine große Chance zu betrachten – aus dem Lernen der Fehler diesmal alles besser zu machen.
Legitim? – Ja! Naiv? – Ja, absolut!
Jürgen verweist in seinem Beitrag auf die „Spiegelbilder in Beziehungen“. Wer neu“gierig“ ist, möge ihn sich durchlesen, wer „mutig“ ist, kann dann bei sich selber nachschauen.
