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Die größten Möbelhäuser verwandele ich über Nacht in einen Rohbau, elegante Schuhhäuser können 12 Stunden nach meinem Erscheinen nur noch von ihrer großen Geschichte erzählen -
aber Weihnachtsgeschenke einpacken, das kann ich nicht.
Das eine, was mir so gut gelingt, mache ich mit Freude und Spaß – und das andere?
2003 saß ich nach fast 20 Jahren wieder das erstemal auf der anderen Seite des Schreibtsiches. Mein Gegenüber, ein ehemaliger langjähriger Mitarbeiter, war nun Cheffe.
Morgens, wenn um 6:30 Uhr die Kollegen herein kamen um ihre Arbeitsanweisungen für den jeweiligen Tag entgegen zu nehmen, bergrüßte er sie mit einem kleinen Scherz auf der Zunge. Das hatte er von mir. „So ein Arschl…. warst du?“ , dachte ich von mir selber, als ich diese Episoden sah, die mich zeigten. Blind, in einzigartiger, begnadeter Selbstherrlichkeit – fern aller tatsächlichen Nöte und Wünsche der Mitarbeiter und Menschen.
Jedes Jahr gab es aber als Höhepunkt die betriebliche „Weihnachtsfeier“. Hier scharrte man seine Schäfchen um sich, in dessen leuchtenden Augen man zu erkennen vermeinte, wie dankbar sie doch sind, solch einen guten Arbeitsplatz mit solch einem guten Cheffe vom Glück des Lebens geschenkt bekommen zu haben. Diese Weihnachtsfeier ist ein absolutes „muß“, ohne diese kann die Brust des Cheffes nicht zu Beginn des Jahres wieder in „netten“ Scherzen schwelgen und die Großherzigkeit des Cheffes wieder mit Güte für seine Schäfchen füllen.
Es ist ein seltsames Gefühl, einen Film über sich selbst zu sehen, der dich gnadenlos zeigt – nackt. Ein gutes Jahr musste ich zuschauen – dann hielt ich es nicht mehr aus.
