Peter hat Recht, wenn er zuletzt auf meinen Beitrag zu „Halbgöttern“ meint, unser Staatswesen in Deutschland sei doch so schlecht nicht. Zumindest in der Rechtsprechung hat sie einen Standpunkt bezogen, als sie den EX-VW Betriebsrat Volkert für 2 jahre und 9 Monate ins Gefängnis schickte.
Jenseits des großen Teiches im Land der 1000 Möglichkeiten ist das -ganz- anders. Konzerne können dort hochgiftigen PCB-Müll so lange verbuddeln und damit die dort lebenden Mitmenschen langsam töten, bis nach 30jährige Verschleppungstaktik ein Urteil mit Schadensersatz gesprochen wird. Dann werden 700 Millionen oder wieviel aus der Konzernkasse bezahlt, Peanuts.
Die verantwortlichen haben in diesen teilweise 30 Jahre lang dauerenden Auseinandersetzungen Umsatz und Gewinn vermehrt, den Konzern weiter ausgebaut und vorallem: Ihre Macht, ihr Salär, orientiert am Wachstum des Konzerns, in vollem Wissen der tödlichen Auswirkungen vorangetrieben – und, niemand wird persönlich zur Verantwortung gezogen.
Besonders erschreckend, durch die Globalisierung. In dritte-Welt-Länder haben sie ihre Monopol Stellung fast erreicht. Mittlerweile begehen jährlich 700 indische Bauern Selbstmord, weil sie wirtschaftlich ruiniert werden. Was für tägliches Leid und Sorgen sammelt sich bei den vielen an, die sich nicht in der Verzweifelung selbst umbringen.
Heute wird auf dem Weg zur Macht nicht mehr mit Panzern getötet. Die Mächtigen werden nicht mehr vom Volk gewählt und mit erhobener Hand im vorbeifahren gegrüßt. Sie nehmen sich das Vermögen der Gruppen, auf die sie zielen, nicht so plump wie seinerzeit in Österreich, als innerhalb 5 Minuten für das Auswandern, sprich Überleben, mit dem gesamten Vermögen gezahlt wurde. Seinerzeit flossen dem Aufbau der Kriegsmaschinerie durch diese Einmalaktion das 1,5 fache des gesamten Österreischen Staatsbudget zu. Dann war`s aber auch rum. Die neuen Systeme funktionieren intelligenter, ein dauernden und stetig wachsender Geldzufluss.
Wurde seinerzeit Angst duch Gewalt erzeugt, wird heute durch das Ingangsetzen einer mächtigen Konzern-Anwaltsmaschinerie gedroht. Das Ergebnis bleibt das gleiche, nur, das eine ging schneller.
Macht – Gier – Geld.
Die Waffen haben sich geändert – der Mensch nicht.

5 comments
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März 13, 2008 um 10:01
petersdom
Peter hat vielleicht nicht Recht, „wenn er meint, unser Staatswesen in Deutschland sei doch so schlecht nicht“. Denn wenn, wie dem Staatsvolk der Deutschen verkündet, einstens dem deutschen Volk durch die Vermittlung US – Amerikanischer Freiheit der Weg zur Demokratie gewiesen wurde, die sich nunmehr so zeigt, wie sie dir M. zu Teilen aufstößt und andere gar zu Protesten zwingt, muss es etwas zu bemerkeln geben an der Staatsjagd auf Mecklenburger Wildschweine..
März 13, 2008 um 10:02
petersdom
Ich verstehe Deine Verbitterung, denn Vieles, was uns GOTT – LOB – ALISIERUNG aufbürdet, ist nicht leicht zu tragen und noch weniger leicht zu verstehen. „Heute wird auf dem Weg zur Macht nicht mehr mit Panzern getötet.“ ??? Doch M., es wird – in Afghanistan, im Irak, im wilden Kurdistan, drunten bei den Tamilen, in Palästina, im Sudan und sonst noch auf dem schwarzen Kontinent, in den Wäldern Südamerikas, auf den Sandkästen der Militärs, in allen geopolitischen und militärischen Stäben dieser Welt. In Militärakademien, Unteroffiziersschulen und den Rekrutenkasernen der Wehrpflichtigen.
März 13, 2008 um 10:03
petersdom
„Die Mächtigen werden nicht mehr vom Volk gewählt…“
Aber M., die Mächtigen dieser Welt entstammen Ländern, die sich der Demokratie rühmen. Und gerade die halten sich zu Gute, dass bei ihnen in freien allgemeinen Wahlen gewählt wird, wer das Sagen hat.
März 13, 2008 um 10:04
petersdom
„… und mit erhobener Hand im vorbeifahren gegrüßt.“: „ Ladies and Gentlemen, the President of the United States!” – Hysterisches Gekreisch und Applaus! Das ist lediglich eine Kulturfrage. die Neger sind nun mal so.
März 13, 2008 um 10:05
petersdom
Der Mensch ist halt so, wie sein System, dessen er sich rühmt.Indien hat Atomwaffen genehmigt bekommen, weil Pakistan auch welche haben musste. Die Inder und die Pakistani verstehen sich nicht. Der indische Bauer, der sich das Leben nahm, tat es gewiss nicht deswegen. Vielleicht ist er aber an der Tatsache verzweifelt, dass die pakistanischen Atomraketen mit dem freimarktwirtschaftlichen Zulassen gentechnisch manipulierten Saatgutes nicht indischer Firmen bezahlt werden.