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und die Schuldfrage ist eine Frage, die sich an viele richtet. Sich damit zu beschäftigen heißt nicht, selbst Schuld zu tragen oder getragen zu haben. Wer darin allerdings eine Schuld bei sich sieht, trägt vielleicht Schuld. Irgendeine – wenn es sie denn überhaupt gibt. Die Schuldfrage fragt nach dem Entstehen, und damit vor allem nach dem Versuch, des Nicht Wiederholens.
„Und die Welt schaut zu“. Welche Antworten sind darauf gefunden worden? Wie konnte das geschehen, das damals tatenlos so lange zugeschaut wurde. Haben sie Antworten auf Ihre Ohnmacht, auf ihr Wegsehen, auf ihre Tatenlosigkeit gefunden? Ich kenne sie nicht.
Und nun? Nun stehen wir wieder oder immer noch an diesem Punkt 0. Und die Welt schaut wieder zu. Nichts verarbeitet, nichts gelernt, nichts an die nächste Generation weiter gegeben. So erscheint es mir. Aus der warmen Stube gedenke ich den Menschen in der Folter, auch in Tibet. Hilft das dem Gequälten?
Dieser ersten, eigenen Ohnmacht gegenüber zu stehen, macht wütend. Keinen Weg zu sehen, einem Mensch den Schmerz nehmen zu können. Priviligiert lebe ich hier, ohne selbst je was dafür getan zu haben. Einfach so, ich hier – die dort. Mit meiner Angst, Bequemlichkeit und Untätigkeit bin ich Teil der Folterknechte – weil ich zuschaue.
