Mit meiner eigenen Entwicklung, wurde mir ein Blick in die Zukunft möglich. Es ist meine rein “persönliche” Zukunft und meine rein “persönliche” Entwicklung, also keine technische oder chemische Konstruktion. Diese Entwicklung entstand aus einer veränderten Sichtweise meines Apparates, wie Freud unser Gehirn meist nannte. Entsprungen dem biologischen Fortgang - dem älter werden - sehe ich einiges neu, oder anders oder auch nicht mehr.

Gesehen habe ich meine Zukunft, als ich meinen Vater die letzten vier Tage begleitete, auf dem von ihm gewünschten Weg, ins Altenheim. Er nennt es: Das Hotel.

Das Leben ist ein Kreislauf. Es scheint mir, wie wir kommen, so gehen wir. An die Kindheit erinnert es, wenn aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen mit Gehhilfen oder Laufwägelchen die Räume durchschritten werden. Wenn oft nachgefragt wird, ob das Gesagte auch tatsächlich verstanden wurde. Wenn stolz erzählt wird, was man (noch) besonders gut kann und dadurch doch noch einen Tick anders ist, als der Nachbar, der dazu nicht mehr in der Lage ist. Vielleicht haben diese Ähnlichkeiten zwischen Kindheit und Alter auch etwas symbolisches.

Wenn man angefangen hat Fragen zu stellen, lieber Fragezeichner, werden auch diese Fragen eines Tages gestellt. Man kann sich Ihnen nicht entzieh`n - wohl eine zeitlang verdrängen. In alledem sehe ich aber auch die große Chance, durch die Realität die dabei sichtbar wird, Zukunft und Leben bewusster wahr zu nehmen, vielleicht sogar zu gestalten.

Es zählt dabei für mich nicht die Zeit, die im Sandglas verschwindenden Sekunden. Der Augenblick sollte zählen und die in ihm liegende Stille.