Heute sind Peter und ich wieder in einem unserer schönen Leipziger Parks gewandelt. Die guten Theorien, die wir dabei entwickeln, bedürfen jetzt nur noch einem: Der Umsetzung.

Autonomie - das ist dabei ein Schlüsselbegriff für mich, weil Abhänigigkeiten, egal von welcher Seite, mich oder den anderen Dinge tun lassen, die ich eigentlich nicht wirklich tuen will. Wer sich davon frei sprechen kann, hat nach meinem Empfinden schon eine große Distanz zu seinen eigenen Ängsten schaffen können.

Authentisch - so sein zu können, wie man ist. So angenommen zu werden, mit dem was man kann und was nicht. Und auch der Andere. Hat er nicht auch den Wunsch, nicht immer fragen zu müssen: Ist das jetzt alles echt? Was verbirgt er? Welche Maske trägt er? Welch unnötigen Energien verschleißen sich in diesen Fragen, welch falsche Antworten werden gefunden - die es sonst gar nicht zu suchen gäbe.

In diesen beiden Begriffen liegt für mich der Schlüssel zu den wahren zwischenmenschlichen Beziehungen. Weil sie nichts verbergen - nichts fordern. Auf Augenhöhe begegnen. Annehmen und angenommen werden.

Kein leichtes Programm - denn wir sind von der Gesellschaft für die Gesellschaft geformt. Gesellschaft will ein funktionieren. Das Individuum will agieren. Individuum und Gesellschaft stehen sich so konträr gegenüber wie Tag und Nacht, und doch kann das eine ohne das andere nicht sein.