Auf der Suche nach meinem eigenen Weg, nach meinem Ich, liegen tausende von Gedanken wie ein Berg vor mir. Sie sind alle gut und richtig und ich bin dankbar der Fülle- jedoch, welches davon sind auch die meinen?
Gut und böse, Egoist und Gemeinschaft möchten immer ein neues Verstehen von mir. Ich glaube, dass der Mensch dies alles in einer Person ist und all das auch bis ins extreme ausleben kann.
Jedoch füge ich all dem einen weiteren Gedanken bei, der den Egoist in seinem vermeitlich bösen Tun erklärt, wann dieses Verhalten von ihm selbst gefordert wird, denn:
ich glaube, dass der Mensch in seinem Leben die größere Tendenz zum guten Gemeinschaftswesen in sich trägt. Gelangt er aber in extensielle Konkurrenz- und Überlebenskämpfe, gleich ob materiell, seelisch, manipuliert oder suggeriert, fordert das egoistische ihm im Überlebenskampf alles ab.
Der Sinn dieses Gedanken liegt darin, nicht dem egoistischen und dem Bösen die Stirn zu bieten, denn das liegt glaube ich manifest in uns, sondern sich aus den Gefahrenzonen der Überlebenskämpfe herauszunehmen.
Sowohl das eine als auch das andere kostet immer viel Kraft, der Überlebenskampf wie auch das sich in neue Lebenssituationen hinverändern. Warum dann nicht direkt den Weg des veränderns wählen? Das ist höchstens der Kampf mit sich selbst.
Wer allerdings den Kampf für seinen Adrenalinspiegel braucht - es gibt doch Bungee.

9 comments
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Juli 18, 2008 um 7:15 Uhr nachmittags
Michael Kostic
Hallo Menachem,
Du solltest nicht verdrängen/hinwegschieben/ignorieren das Egoismus kein “natürlicher” Bestandteil unserer Psyche ist. Der Effekt Egoismus ist ein eher moderner. Er kann nur in sog. domestizierten Lebensgemeinschaften auftreten, da er einzig hierin nicht be- bzw. abgestraft wird.
Das Synonym “Überlebenskampf” leitet sich von einer schon fast tragischen Verzerrung/Verfälschung des darwinistischen “Survival of the Fittest” ab. Dies meint eben nicht “des Stärkeren”, sondern des am besten auf die gegebenen aktuellen Rahmenbedingungen angepassten Subjektes.
In diesem Zusammenhang betrachtet verwundert es wenig das Egoisten in unserer aktuellen Gesellschaftsform extrem überlebensfähig sind. In einer Gesellschaft in der Egoismus belohnt und Altruismus bestraft wird, sind erstere besonders gut angepasst
LG
Juli 18, 2008 um 10:45 Uhr nachmittags
Menachem
Hallo Michael,
oft sind deine Kommentare, wie auch dieser, eine große Herausforderung für mich, der ich mich manchmal nicht gewachsen fühle. Dafür ein großes Danke.
Dies ist keine direkte Antwort auf deinen Kommentar. Doch, als ich heute abend noch auf dem Balkon stand, leichter Wind und Regen, eine Luft und eine Temperatur, wie sie nur der Sommer bringt, so wunderbar, das ich dachte, es sind so oft die kleinen Dinge die einen so sehr erfreuen können. Und dann denke ich mir, wie verformt bin ich eigentlich, das ich dazu kleine Dinge sage. Das sind großartige Momente. Wie es auch deine Kommentare waren, als ich schrieb: Ich wollte mal wieder nicht loslassen.
Danke, für die “kleinen” Dinge.
Liebe Grüße, Menachem
Juli 19, 2008 um 3:58 Uhr nachmittags
Christa Schwemlein
Du gabst diesem Beitrag den Titel “Entwicklung” und schreibst gleichzeitig über die Angst.
“Es ist die Angst die böse macht” war, wenn ich mich recht erinnere, eines unserer ersten Themen. Seit dieser Zeit habe ich viel über dieses Thema gelesen, mich damit beschäftigt und natürlich auch darüber nachgedacht.
Eure Diskussion finde ich deshalb so interessant, weil ich beobachte wie sehr sich in den letzten Jahren in den Unternehmen der Führungsstil geändert hat. In der Chefetage ist nicht mehr Mut, so wie ich es noch erleben durfte, sondern Angst die größte Motivation.
Kennst du den Begriff “Angsthasen in Nadeltreifen”? Auch Führungskräfte sind nicht mehr besonders mutig - Schade eigentlich!
Angst warnt vor Gefahr und ist aus evolutionsbiologischer Sicht überlebenswichtig. Allerdings hat sie, wie alles im Leben, auch noch eine zweite Seite. Sie kann zum Beispiel Triebfeder für unsere persönliche Weiterentwicklung sein. Ist nicht jeder Entwicklungsschritt mit Angst verbunden, weil er uns in etwas Neues, bis dahin Unbekanntes führt?
Entwicklung, Erwachsenwerden und Reifen hat viel mit Angstüberwindung zu tun.
Schönes Wochenende
Christa Schwemlein
Juli 20, 2008 um 10:28 Uhr vormittags
Menachem
Eure interessanten Weiterführungen möchte ich mit meinen eigenen Weltbildhypothesen fortsetzen:
Angst und Überlebens/Existenzkampf gehören untrennbar zusammen, das eine erzeugt das andere.
Egoismus ist ein Instrument, das ich in diesen Kämpfen zum Einsatz bringen würde. Ob Egoismus schon immer in uns vorhanden war oder erst gezüchtet, weiß ich nicht. Ich betrachte es als ein eigentlich stilles Reservoir in uns, dass erst in den Phasen der Angst, des Überlebens herausgeholt und genutzt „werden kann“.
Das Egoismus vermehrt zu beobachten ist, halte ich für eine eigene Spirale. So, wie in den Firmen die Angst regiert und dabei nach oben und nach unten ihre Auswirkungen zeigt, so
wird der dabei direkt Betroffene auch wieder in Angst versetzt, was ihn widerrum selbst so nach oben und unten weiter handeln lässt.
„Kampf“ und „Überlebenskampf“ ist eigentlich nicht meins. Auch als meine große Liebe aus der romantisch, gesellschaftlichen Vorstellung erwartete, dass ich kämpfe, habe ich das nicht gemacht. In diesen Kämpfen gibt es keine Sieger. Und vielleicht gerade aus dieser inneren Einstellung, leben wir heute zusammen.
Auch als kleiner Junge schon. Raufen und Ringen – ja, einem auf die Fresse schlagen, gibt meine Erinnerung nicht her (wenn sie mir nichts vormacht). Das es auf diesem Weg auch zu langen Phasen der Konfrontationsvermeidung kam, akzeptiere ich heute gut als meinen Weg – denn egal welcher Weg, beide haben ihre Tücken.
Doch, und das ist mein Thema, höre ich im Umfeld immer öfter von den Existenzängsten, vielleicht, weil sie mir auch nahe sind. Dabei höre ich auch, wie man über 6 oder 8 % Abschlag einverstanden sein könnte, wenn die Altersteilzeit, oder Sozialabbau oder was alles, die Obergrenze darstellen. Auch Ideen der Einschränkungen werden dabei geäußert. Doch die Angst sitzt weiter in den Menschen. Und ich denke mir dabei, dass ist nach meinem Dafürhalten kein faires Angebot an die Angst, 6 – 8 % Einschränkung bei gleichzeitig angstfreiem Leben.
Und das versuche ich auch über den Beitrag Entwicklung zu sagen:
Wo ist mein Angebot, an das materielle und zwischenmenschliche, um mich aus den angsterzeugenden Feldern frei zu machen. Entweder ich muss was dazu geben, wenn ich`s habe und kann, oder ich muss Abstriche machen. Aber muss ich in diesen Energiefeldern bleiben?
Euch beiden, liebe Christa und Michael, wünsche ich noch einen schönen Sonntag.
Menachem
Juli 20, 2008 um 1:20 Uhr nachmittags
Michael Kostic
Hallo,
eine erschreckende Wahrheit die Christa da so simpel ausspricht:
“Angsthasen in Nadeltreifen”
Aus meiner Sicht der Dinge handelt es sich hierbei aber wiederum lediglich um ein echtes Missverständnis von Begriffen und Effekten.
Angst als Wort wird (fast ausschließlich) in unseren Kultur- und Sprachkreisen grundfalsch interpretiert. Zunächst einmal muss man nämlich vorsätzlich trennen was inhaltlich nicht zusammen gehört:
Rational und irrational.
So betrachtet lässt sich zumindest hierzulande keinerlei rationale Angst mit inhaltlicher Substanz ausfüllen. Wasser und Energie kommt bei uns fließend und zumeist sogar warm “aus der Wand”, dass Futter wächst im Supermarkt stetig nach und auch die legale Kapitalbeschaffung ist mit keinerlei lebensbedrohlichen Risiken verbunden (von simpler Nachlässigkeit und vorsätzlicher Ignoranz einmal abgesehen).
Was bleibt ist das irrationale, das absurde “Fürchten” vor einer Zustandsveränderung, von der die meisten der u.U. Betroffenen noch nicht einmal wissen wie sie sich bei ihnen wirklich auswirken kann und/oder wird…
Es ist nunmehr über 2000 Jahre her, da stand ein Mensch auf und sprach:
“Misshandle oder Töte mich ruhig, aber dadurch wird das Feld auch nicht bestellt werden!”
Und wer bitte hat bis Dato diese simpelste aller Botschaften wirklich verstanden?
Pur gelebter Egoismus wie auch Altruismus enden immer in ein und dem selben Zustand: ARMUT
So betrachtet scheinen laut der SZ fast 70% unserer Bevölkerung Altruisten -was den Kapitalerwerb angeht- und 30% Egoisten -was die sozialen Bindungen angeht- zu sein!
Und da ich in keinem dieser Blickwinkel verarmen möchte, muss ich also einen Weg finden nicht in das eine oder andere Extrem abzugleiten. Wenn dies bedeutet den Zustand und/oder die Lebensumstände zu Ändern, wird es geschehen. Und auch wenn ich wie kaum ein Zweiter Felder bestellen und die edelsten Früchte ziehen kann, werde ich mich genau dafür weder misshandeln noch töten lassen
LG
Michael
August 7, 2008 um 7:58 Uhr nachmittags
Claudia
Wenn ich mich sehr stark mit einem Besitz identifiziere (= mein Haus, mein Auto, mein Garten, mein regelmäßiges Einkommen, mein Vermögen etc.), dann neige ich zum festhalten und verteidigen - und zunehmend auch zur “nach vorne Verteidigung”.
“Angsthasen in Nadelstreifen” und alle anderen, die in nicht gerade lebensbedrohlichen Umständen ständig von Ängsten geplagt werden, fürchten Status- und Besitzverluste. Auf die Frage “Wer bin ich jenseits all meiner Habe?” haben sie keine Antwort - deshalb haften sie am Status Quo und wollen allenfalls noch MEHR vom selben.
Eine Gesellschaft, die zunehmend rein äußerliche Werte als wirklich wichtig ansieht, schafft es locker, auch inmitten hohen Lebensstandards (->im weltweiten Vergleich) Angst und Depressivität zum Grundgefühl vieler zu machen.
Mittlerweile werden Menschen als mutige Helden gefeiert, weil sie sich vor laufender Kamera mehreren großen Schönheitsoperationen binnen zwei Wochen unterziehen - um mit 45 wieder so auszusehen wie mit 30.
Da bleibt mir die Spucke weg!
Anmerkung von Menachem:
Sorry, akismet hat den Kommentar nicht direkt freigegeben. Das lag mehr an der Software als an mir. Zensur ist mir fremd.
Vielleicht hast du aber auch das getroffen, was mich wirklich beschäftigt, und auch ganz persönlich.
August 12, 2008 um 8:33 Uhr nachmittags
Menachem
@Claudia, du zeigst, wie unsere Gesellschaft im derzeitigen Ist-Zustand ist. Das zu ändern - wäre toll. Dazu gibt es nach meinem Empfinden aber nur einen Weg - uns selbst und uns allein zu ändern.
Alles andere liegt dann nicht mehr in meiner Macht.
Nachtrag:
In einer Werbung hörte ich jetzt, dass es so absolut wichtig ist, mit 70 noch top leistungsfähig zu sein, weil Rente und alles drumherum nicht zum Leben ausreichen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die “XY”-Präparate von Wissenschaftlern als die einzigste Möglichkeit hierzu entwickelt worden.
Wobei mir dann die Spucke wegbleibt, ist der Zyklus:
Angst wird geschürt -
ein Produkt zur Lösung wird angeboten -
Geld soll damit verdient werden.
Bei den immer mehr und hinterlistigeren psychologischen Werbemethoden ( siehe den t-com Spot Opera Sänger) werden wir vielleicht bald garnicht mehr in der Lage sein, zwischen Manipulation und tatsächlich notwendigem Eigenbedarf zu unterscheiden.
August 12, 2008 um 8:51 Uhr nachmittags
Gemeinsam Leben » Blog Archive » Wie ndern wir die Welt?
[...] Erwachsen aus der Diskussion bei thinkabout und von Claudia. [...]
August 12, 2008 um 10:36 Uhr nachmittags
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[...] Erwachsen aus der Diskussion bei thinkabout und von Claudia. [...]